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Stadtgeschichte

Stadtlohn
Vor- und frühgeschichtliche Funde in und um Stadtlohn weisen auf ein hohes Alter des Siedlungsraumes hin. Als wichtigstes Bodendenkmal blieb die karolingische Wallburg im Bockwinkel aus dem 8./9. Jahrhundert erhalten.


St.-Otger-Kirche
Die St.-Otger-Kirche, die als eine der ältesten Pfarrkirchen des Münsterlandes gilt, entstand auf einem Amtshof des Fürstbischofs von Münster. Dieser Amtshof zu Lohn lag im heutigen Stadtgebiet und erhielt vor der Mitte des 12. Jahrhunderts eine gemauerte Befestigung und einen Ringgraben. Die Verwaltung der Burg wurde den Herren von Lohn übertragen, die auch in den benachbarten Niederlanden über großen Besitz verfügten. Um Kirche und Burg entstand die Siedlung, deren Name von Lohn über Nordlohn allmählich zu Stadtlohn wurde. Als Erben der 1316 ausgestorbenen Herren von Lohn übernahmen die Herren von Ahaus Teile der Herrschaft, die sie im selben Jahr an die Bischöfe von Münster verkauften. Für das Jahr 1389 liegt die erste urkundliche Erwähnung des Namens Stadtlohn vor, so daß angenommen werden kann, daß der Ort zu diesem Zeitpunkt Wigboldrechte, d. h. eingeschränkte Stadtrechte besaß. Die mit Wall und Graben geschützte Stadt wurde in den Kriegen des 16. und 17. Jahrhunderts mehrfach in Mitleidenschaft gezogen. In der Nähe der Stadt fand am 6. August 1623 im Lohner Bruch eine entscheidende Schlacht zwischen dem kaiserlichen General Tilly und dem Herzog Christian von Braunschweig statt, die der "Tolle Christian" verlor. Schon vorher hatte im Jahre 1611 ein Stadtbrand fast die gesamte Stadt verwüstet. Die allgemeine Not bewog die Bürger im Jahre 1629 dazu, die Stadt zu verkleinern und die "Butenstadt" abzutrennen.

Bis zum Jahr 1800 war Stadtlohn überwiegend eine Ackerbürgerstadt, deren Bewohner ein Handwerk ausübten und nebenher Kleinviehhaltung sowie etwas Ackerbau betrieben. Von alters her nahmen unter den Handwerksberufen die Töpferei und die Leinenweberei einen besonderen Rang ein. Stadtlohner Töpferwaren fanden im Münsterland und in den benachbarten Niederlanden ihre Abnehmer. Beide Wirtschaftszweige sind auch heute noch in der Stadt heimisch, wobei sich das Textilhandwerk im Zuge der Industrialisierung vom häuslichen Gewerbe zur Textilindustrie entwickelte und bis 1945 die Grundlage der heimischen Wirtschaft bildete.

Im März 1945 wurde die Stadt durch Bombenangriffe fast vollständig zerstört, viele Bürger fanden dabei den Tod. Vom alten Stadtlohn ist neben einigen Bürgerhäusern aus dem frühen 19. Jahrhundert als ältestes Bauwerk die Wallfahrtskapelle auf dem Hilgenberg erhalten geblieben. Die 1695 erbaute und um 1738 erweiterte Kapelle zeugt von der Bedeutung, die Stadtlohn lange Jahre als Wallfahrtsort besaß.

In der Nachkriegszeit hat sich Stadtlohn zu einer gut strukturierten Industriestadt im Grünen entwickelt. Neben der Textilindustrie sind bedeutende Firmen der Holz- und Metallbranche in Stadtlohn ansässig. Mehr als 50 Prozent aller Erwerbstätigen in Stadtlohn sind in der Industrie beschäftigt. Daneben gibt es ein breites Angebot an Arbeitsplätzen im handwerklichen und gewerblichen Bereich sowie im Handels- und Dienstleistungssektor. Im Landesentwicklungsplan Nordrhein-Westfalen ist Stadtlohn als Entwicklungsschwerpunkt und Mittelzentrum für einen Versorgungsbereich von 50.000 Einwohnern ausgewiesen.

Kindergarten
Während die Stadt Stadtlohn um 1900 rund 2.750 und 1950 etwa 6.700 Einwohner besaß, sind es heute mit Einschluß der 1969 eingegliederten Gemeinde Kirchspiel Stadtlohn über 20.000, die überwiegend in neuerschlossenen Wohngebieten in der westmünsterländischen Parklandschaft wohnen. Erhebliche Investitionen sind in den vergangenen Jahren für Kindergärten sowie Bildungs- und Freizeiteinrichtungen getätigt worden.

Heute gibt es in Stadtlohn 11 Kindergärten, viele Groß- und Tageskinderstätten, 4 mehrzügige Grundschulen, 1 Hauptschule, 2 Realschulen, 1 Gymnasium, 1 Musikschule, 1 Bücherei, 1 Volkshochschule , 1 Bildungswerk und Berufskollege. Andere weiterführende Schulen sind im benachbarten Ahaus und Borken bequem mit Schulbussen erreichbar.

Für die sportliche Betätigung und die Freizeitgestaltung stehen ein vorgewärmtes Freibad, ein Hallenbad, 2 Großsportanlagen, 16 Tennisplätze, eine Tennishalle, 2 Reithallen, 2 Dreifach-Sporthallen, mehrere Turnhallen, ein Judo-Zentrum, das Jugendzentrum "Treff" und zwei Pfarrzentren zur Verfügung.

In Stadtlohn-Wenningfeld liegt ein Flugplatz für Motor- und Segelflugsport, der sich in den letzten Jahren zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt hat durch seinen Charterdienst, seine Flugschule und eine Werft. Die Stadthalle mit ihren rund 800 Plätzen ist Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Die Begegnungsstätte "Haus Hakenfort" dient den örtlichen Vereinen und Verbänden, den öffentlichen Einrichtungen und Nachbarschaften für Versammlungen, Tagungen, Lehrgänge, Ausstellungen, Konzerte und sonstige kulturelle Veranstaltungen. Im Haus Hakenfort ist auch das Büro des Verkehrsvereins, der verschiedene Freizeit- und Urlaubsprogramme vermittelt.

Zur besonderen Attraktion der Stadt gehört der Losbergpark. Hier sind verschiedene Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung gegeben, u. a. Minigolf, Ballspiele, Spielwiesen, Kinderspielplätze, Basketballfeld, Rollschuhbahn, Skateboardbahn, Tischtennis, Tennis, ein Schießstand für Sportschützen und eine Kleinbahn für Rundfahrten. Der Losberg-Spieker kann von Vereinen, Verbänden und Nachbarschaften angemietet werden. Auch für Familienfeiern hat sich der Spieker bewährt. Eine landschaftlich reizvolle, intakte Umgebung mit Waldgebieten, Wiesen und Feldern lädt zu ausgedehnten Wanderungen auf markierten Wanderwegen und zu ausgiebigen Radtouren auf gut ausgebauten Radwegen ein.

Zur gesundheitlichen Betreuung der Bevölkerung stehen das Fachkrankenhaus Maria Hilf mit ca. 160 Betten zur Verfügung. Mehrere praktische Ärzte, Fachärzte und Zahnärzte sind in Stadtlohn tätig.

In Stadtlohn gibt es große Sportvereine für fast alle Sportarten, Chöre, Blaskapellen, Schützenvereine, eine Karnevalsgesellschaft und viele sonstige Vereine und Gesellschaften. Das gesellige Leben wird groß geschrieben. Jedem neuen Bürger dürfte es leicht sein, Anschluß zu finden, um recht bald heimisch zu werden.

Weitere Informationen zur Stadtgeschichte (Homepage vom Heimatverein)