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2014

Sommeratelier 2014


Sara Möbius Sara Möbius
Preisträgerin: Sara Möbius

Kohlezeichnungen und Zinkografien


Die Förderpreisträgerin der Stadt Stadtlohn ist im Jahr 2014 die 1985 in Halle/Saale geborene Künstlerin Sara Möbius. Sara Möbius studierte von 2006 bis 2012 in der Grafikklasse von Prof. Thomas Rug an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Seit 2012 ist sie als freischaffende Künstlerin tätig.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Zeichnung auf ganz unterschiedliche Weise neue Aktualität erlangt, motivisch-thematisch ebenso wie formal und materialiter. Dabei hat auch die Landschaft, eines der prominentesten Sujets dieser Gattung, neue und überraschende Ausformungen erfahren. Vor allem in der jüngeren Künstlergeneration spielt das Thema eine wichtige Rolle. Eine traditionsreiche Form der Landschaftszeichnung ist die Wiedergabe eines unmittelbar in der Natur Gesehenen und Erlebten. Von hier nimmt auch Sara Möbius‘ Werk ihren Ausgang, sie hat jedoch eine ganz und gar neue, eigenständige Form dafür gefunden.

In ihren häufig sehr großformatigen Kohle- und Kreidezeichnungen stellt Sara Möbius dem Betrachter Motive und Strukturen vor Augen, die auf Landschaftseindrücke und genaue Naturbeobachtung zurückgehen bzw. diesen Anschein erwecken. Kräftige Schwarz-Weiß-Kontraste formulieren Ausschnitte aus Waldungen und Details von Baumrinden oder den Sägekanten gefällter Bäume. Was sich derart benennen lässt, wird jedoch zugleich auch in Frage gestellt, dem Blick und dem vorschnellen Verständnis entzogen: Die bildliche Darstellung wird von großen Leerstellen unterbrochen, wenn nicht gar als „ästhetische Illusion“ entlarvt, und setzt dem Betrachter die Substanz dessen vor Augen, was er zu sehen meint: Papier und den Abrieb von Kohle- und Kreidestiften.

Manche der Begriffe, mit denen Sara Möbius ihre Arbeiten betitelt, tun ein Weiteres, um die Vertraulichkeit mit dem Sujet Natur und Landschaft in Frage zu stellen und – in Entsprechung der leer gelassenen Flächen – für gänzlich neue Erfahrungen zu öffnen. Neuere Zeichnungen wie Geäst oder Schneedecke lösen tatsächlich nur vordergründig und auf den ersten Blick ein, was im Titel angesprochen wird. Und die ebenfalls in den letzten zwei Jahren entstandenen Blätter "Der Gefallene" und "Versteck" provozieren sogar mit ihren Anspielungen auf menschliches Empfinden und Handeln eine Suche nach „weiteren“ Spuren einer in den jeweiligen Arbeiten verborgenen Geschichte.