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2008

Sommeratelier 2008

1. August – 31. Oktober 2008

Preisträgerin: Daniela Löbbert,
Malerin


Daniela Löbbert
Die Stadt Stadtlohn vergibt ihren »Förderpreis Junge Kunst« in diesem Jahr an die 1979 in Haltern am See geborene Malerin Daniela Löbbert. Die Preisträgerin studierte Design an der Fachhochschule Münster (1999–2003) und Freie Kunst an Kunstakademie Münster. Nach einem Studienjahr an der Kunstakademie Düsseldorf (Klasse Hubert Kiecol) beendete Daniela Löbbert ihr Studium 2006 als Meisterschülerin von Guillaume Bijl.

Die Anfang des 20. Jahrhunderts ausgerufene Moderne wird aktuell von zahlreichen zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstlern reaktiviert und lässt die Post-Moderne zu einer kurzen Episode verkümmern.

Abstraktion und Konstruktivismus, Bauhaus und De Stijl finden als ästhetisches Material neue Verwendungen, die ohne die ihnen historisch nahe stehenden oder von ihnen repräsentierten gesellschaftlichen Utopien und weltanschaulichen Ideen auskommen.

Bild 1
Auch die Malerei von Daniela Löbbert erscheint zunächst als ein Reflex auf die klassische Moderne und ihre Wiederaufnahme nach 1945. Die großformatigen Bilder der Malerin zeigen geometrisch definierte monochrome Flächen, die isoliert auf einer hell grundierten Leinwand aufliegen. Diesen häufig bis an die Ränder der Leinwand ausgespannten Farbflächen haften gleichwohl Reste von Gegenständlichkeit an, indem ihre präzisen Konturen Assoziationen mit architektonischen Formen herausfordern. Architektur ist für Daniela Löbbert allerdings nur als Bestandteil einer von Menschen gestalteten
Bild 2
Lebenswirklichkeit von Interesse, als Variation einer modernistischen Ästhetik, deren maschinell herstellbaren Einzelsteile Platz sparend gestapelt und massenhaft aneinander gereiht werden können. Der Getränkekarton im Supermarkt und der Wohnsilo im Stadtraum sind beide Produkte einer aus ökonomischen Erwägungen heraus minimalisierten Geometrie.

Aus diesen Produkten extrahiert Löbbert Geraden, Krümmungen, Winkel und Flächeninhalte, die sie auf der Leinwand derart verabsolutiert, dass sich ihre bildliche Präsenz ästhetisch verselbständigt.
Bild3
Die Alltagsdinge, von denen der Formfindungsprozess der Malerin seinen Ausgang nahmen, gehören plötzlich einer gegenstandslosen Welt an, oder anders gesagt:
Die gegenstandslose Welt, mit der wir alltäglichen umgehen, tritt uns in ihren Bildern dinghaften und geradezu handgreiflich entgegen.

Daniela Löbbert

  • 1979 - geboren in Haltern am See - lebt in Münster
  • 1999 - 2003 Studium Design, Fachhochschule Münster
  • 2000 - 2006 Studium Freie Kunst, Kunstakademie Münster, Klasse Ulrich Erben (bis 2003), Klasse Guillaume Bijl (bis 2006)
  • 2003 - 2004 Studium Freie Kunst, Kunstakademie Düsseldorf, Klasse Hubert Kiecol
  • 2006 Meisterschülerin
Ausstellungen (Auswahl)
  • 2007 - Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst Münster
    Galerie Januar, Bochum, Institut für Kunstgeschichte, Universität Innsbruck
  • 2006 - Wider, um, ohne, durch, für, bis, Kunsthaus Essen
    Gegenstandslos, Kunstverein, Dülmen
    F&F. Zeitgenössische Positionen zur Malerei, Galerie der Stadt Lippstadt
    Der einzige reitende Tiger der Welt, hinterconti, Hamburg
  • 2005 - Mehr als genug, Künstlerhaus Dortmund
Preise/Stipendien
  • 2007 - Max-Ernst-Stipendium der Stadt Brühl, Förderpreis der Kulturstiftung Sparkasse Unna, Förderpreis der Kunstakademie Münster
  • 2008 - Stipendium des Künstlerhauses Schwalenberg